Blick in den Newsroom im neuen Nachrichtenhaus von ARD-aktuell auf dem NDR-Gelände.
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Antworten rund um ARD-aktuell Häufige Fragen zur tagesschau

Stand: 12.12.2023 09:29 Uhr

Hier finden Sie Antworten auf eine ganze Reihe häufig gestellter Fragen zu unseren Sendungen, Redaktionen, Moderatoren und dem Wetter.

Was ist ARD-aktuell?

ARD-aktuell ist die zentrale Nachrichtenredaktion der ARD (Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland). Grundlage der Arbeit von ARD-aktuell ist eine Verwaltungsvereinbarung aller neun in der ARD zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten, in der die Organisation der Redaktion und die grundsätzliche Struktur der Sendungen festgelegt sind.

Welche Nachrichten produziert ARD-aktuell?

ARD-aktuell produziert rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr Nachrichtensendungen für das Erste. Die Redaktion arbeitet für die tagesschau mit ihren verschiedenen Ausgaben, die tagesthemen, tagesschau24 und bei Bedarf auch für aktuelle Sondersendungen. Außerdem ist ARD-aktuell für tagesschau.de, die tagesschau-App sowie die unterschiedlichen Social-Media-Präsenzen der tagesschau zuständig.

Woher kommen die Nachrichten von ARD-aktuell?

Alle Produkte von ARD-aktuell kommen aus Hamburg, genauer: aus den Fernsehstudios des NDR in Hamburg-Lokstedt und aus dem dortigen Nachrichtenhaus von ARD-aktuell. ARD-aktuell ist zwar eine ARD-Gemeinschaftseinrichtung, organisatorisch ist die Redaktion aber dem Norddeutschen Rundfunk zugeordnet. Er stellt auch die Räumlichkeiten, die Fernsehtechnik, die Grafik und andere Abteilungen wie z.B. das Archiv.

Gibt es eine Definition, wie eine ARD-aktuell-Sendung sein muss?

Die Aufgabe von ARD-aktuell-Sendungen: In den tagesschau-Ausgaben sachlich, knapp und genau über die Ereignisse des Tages zu berichten und in den tagesthemen ausführlicher mit mehr Hintergründen und Einordnungen.

Die Sendungen werden für alle Zuschauer gemacht, die sich aktuell informieren wollen. Das Bemühen um umfassende, neutrale und journalistisch kompetente Information bestimmt nicht nur die Auswahl der Themen, es gilt in gleicher Weise auch für die inhaltliche Gestaltung der Meldungen und Filmtexte. Diese sollen aktuell, knapp und präzise sein – aber dabei auch umfassend und unparteiisch.

Die Rundfunkgesetze bzw. -staatsverträge beschreiben diesen Auftrag im Allgemeinen so: "Berichterstattung und Informationssendungen haben den anerkannten journalistischen Grundsätzen, auch beim Einsatz virtueller Elemente, zu entsprechen. Sie müssen unabhängig und sachlich sein. Nachrichten sind vor ihrer Verbreitung mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf Wahrheit und Herkunft zu prüfen. Kommentare sind von der Berichterstattung deutlich zu trennen und unter Nennung des Verfassers als solche zu kennzeichnen."

Objektivität und Fakten sind maßgeblich für ARD-aktuell-Sendungen. In den tagesthemen darf in der Rubrik "Meinung" eine individuelle Einschätzung zu einem Thema formuliert werden – und selbst da bilden Fakten die Grundlage. Es ist dann Sache des Zuschauers, sich ein eigenes Urteil zu bilden.

Zugleich ist aber klar, dass allein schon in der Auswahl der Themen eine redaktionelle Gewichtung liegt. Umso wichtiger ist, dass die journalistisch ausgewählten Sachverhalte möglichst vollständig und neutral dargestellt werden. Mit diesem Grundsatz wahrt ARD-aktuell das Vertrauen seines Publikums. Persönliche Meinungen haben in einer Nachrichtenmeldung nichts zu suchen.

Wie aktuell sind die Sendungen?

Aktuelle Änderungen sind jederzeit möglich, denn alle Sendungen von ARD-aktuell werden live ausgestrahlt, einen Redaktionsschluss gibt es nicht. Häufig wird das Programm der bereits laufenden Sendung noch durch aktuell hereinkommende Meldungen ergänzt.

Wie werden die Nachrichten für eine Sendung ausgewählt?

Aus der Fülle der täglichen Meldungen die wichtigsten Nachrichten auszuwählen, ist eine der zentralen Aufgaben der Redaktion. Die begrenzte Sendezeit zwingt zur Beschränkung. Einige Kriterien der Nachrichtenauswahl sind Relevanz, Neuigkeitswert und vermutliches Zuschauerinteresse sowie Betroffenheit. Ausbildung, Sachkenntnis und ein breites Hintergrundwissen helfen den Redakteurinnen und Redakteuren bei Auswahl und Gewichtung der Themen. In oft jahrzehntelanger Erfahrung haben sie so ein sicheres Gespür für den "Nachrichtenwert" einer Meldung entwickelt.

Zudem ist die Redaktion so organisiert, dass die Nachrichtenauswahl nicht in den Händen einer einzelnen Person liegt, sondern in Konferenzrunden besprochen und oft auch kontrovers diskutiert wird. Auf diese Weise wird ein Konsens erzielt, auch wenn im Zweifel die Chefredaktion das letzte Wort hat.

Wie wird die Reihenfolge der Meldungen festgelegt?

Welchen Platz eine Meldung in der Sendung hat, ob sie am Anfang steht oder am Schluss, richtet sich nach der Wichtigkeit des Themas. Die Relevanz einer Nachricht bestimmt Platz und Länge des Beitrags. Aufmacher ist die Top-Nachricht des Tages. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Meldung aus dem Inland oder dem Ausland kommt. Aus der Entscheidung über den Aufmacher ergibt sich dann häufig auch die Reihenfolge der übrigen Themen. So wird zum Beispiel etwa ein Block mit aufeinander folgenden Wortmeldungen, Reporterberichten und "NiFs" ("Nachricht im Film") aus dem Inland gebildet und ein weiterer mit Auslandsnachrichten. Auch die Wirtschaftsthemen und die Sportmeldungen werden jeweils gebündelt. Auf diese Weise ergibt sich eine erkennbare Dramaturgie der Sendung.

Politische Nachrichten aus dem In- und Ausland beanspruchen den größten Teil der Zeit, gefolgt von Wirtschaftsmeldungen. Weitere Themengebiete sind Wissenschaft, Medizin, Technik, Soziales, Kultur und Zeitgeschichte. Bei den tagesschau-Ausgaben am Nachmittag ist zudem oft auch Platz für ein Thema, dsa etwas über den Tellerrand der sehr sachlichen Nachrichtenkriterien schaut, also etwas "bunter" ist.

Wie hat sich die tagesschau entwickelt?

Die tagesschau ist die älteste und meistgesehene Nachrichtensendung des deutschsprachigen Fernsehens. Premiere war Weihnachten 1952, gesendet wurde dreimal pro Woche. Seit dem 1. Oktober 1956 ist sie von montags bis samstags im Programm, am 3. September 1961 kam die Sonntagsausgabe hinzu. Die tagesschau ist täglich an sieben Tagen in der Woche um 20 Uhr zu sehen.

Ihren Namen verdankt die tagesschau der Verwandtschaft mit der Kino-Wochenschau. Bis März 1955 verwendete man zusammengeschnittenes Filmmaterial der Neuen Deutschen Wochenschau. Die Berichte wurden in einem Keller unter der Wochenschau-Redaktion zusammengeschnitten und dann – so will es die Legende wissen – mit dem Fahrrad zum Sender transportiert. Die Fernsehnachrichten waren der Kino-Wochenschau zum Verwechseln ähnlich, beide Programme bestanden ausschließlich aus Filmberichten. Viel "Buntes" war zu sehen, Politik spielte nur am Rande eine Rolle. Am 2. März 1959 erschien zum ersten Mal der tagesschau-Sprecher auf dem Bildschirm, der die Nachrichten verliest und zum Markenzeichen der tagesschau geworden ist.

Inhaltlich ging die tagesschau-Redaktion bald eigene Wege. Gestartet wurde sie als Projekt des NWDR, des Nordwestdeutschen Rundfunks, aus dem später der WDR und der NDR hervorgingen. Doch schon im November 1954 stießen die übrigen ARD-Sender hinzu und beteiligen sich seither mit Berichten aus ihrem Sendegebiet an den Ausgaben der tagesschau. Die politische Berichterstattung bekam einen immer größeren Stellenwert, der Ruf der tagesschau als besonders seriöse Nachrichtensendung wurde begründet. Seit März 1960 endet jede Hauptausgabe der tagesschau mit der Wetterkarte, die vom Hessischen Rundfunk in Frankfurt produziert wird.

In den Anfangsjahren beschränkte sich das Informationsangebot in der ARD noch auf eine tagesschau-Ausgabe am Tag. In den 1960er-Jahren kamen Vormittags- und Spät- bzw. Nachtsendungen hinzu: 1985 waren es schon sechs bis sieben Ausgaben täglich. Seit Einführung des Frühstücksfernsehens im Jahre 1992 sendet die tagesschau im wöchentlichen Wechsel mit dem ZDF morgens von 05:30 Uhr bis 09:00 Uhr im Halbstundentakt.

Auf besondere Ereignisse kann die Redaktion zudem mit aktuellen Sondersendungen reagieren. tagesschau-Nachrichten gibt es auch auf dem digitalen Informationskanal der ARD, tagesschau24. Die wichtigste Sendung des Tages war, ist und bleibt aber die 20-Uhr-Ausgabe.

Wie schafft es die tagesschau, zu fast allen Ereignissen Berichte zu liefern?

Soweit möglich, werden die absehbaren Hauptthemen für die tagesschau die tagesthemen, tagesschau24, tagesschau.de und Social Media für eine Woche im Voraus geplant. Jeden Donnerstag werden in Planungskonferenzen die vorhersehbaren Termine und Themen der kommenden Woche besprochen. Wichtigste Informationsquelle sind die Vorschläge und Angebote des ARD-Korrespondentennetzes. Aber auch die Terminvorschauen der Nachrichtenagenturen sowie Zeitungen und Zeitschriften liefern Anregungen. In diesen Konferenzen wird vorläufig entschieden, welche Themen in den Sendungen behandelt werden sollen. Hieraus entsteht ein erstes vorläufiges Programm, das aber durch aktuelle Ereignisse jederzeit umgeworfen werden kann. Denn es gilt der alte journalistische Grundsatz: "Aktualität schlägt Planung".

Für eine Nachrichtensendung kann es keine unumstößlichen Vorbereitungen geben. Wenn die aktuelle Nachrichtenlage es erfordert, müssen lang eingeplante, mit viel Mühe und Engagement erstellte Berichte neuen Themen weichen. Doch das Vorgehen hat sich bewährt. Denn das vorläufige Programm ermöglicht den Reporterinnen und Reportern, sich auf anstehende Themen einzurichten. Sie haben so einige Tage Zeit, um zu recherchieren, Drehgenehmigungen einzuholen und zu drehen.

Zuständig für die Absprachen mit den Reporterinnen und Reportern ist zunächst die Planungsredaktion. Die Vorbereitungen werden in mehreren über den Tag verteilten Konferenzen ständig aktualisiert - und natürlich auch zwischendurch, wenn etwas Wichtiges passiert. Die Planungsredaktion weiß, welches der zahlreichen ARD-Studios für das entsprechende Thema und die Region zuständig ist, und versuchen bei aktuellen Entwicklungen, so schnell wie möglich einen ARD-Kollegen oder eine ARD-Kollegin zu beauftragen.

Gibt es eine spezielle tagesschau-Sprache?

Feste "Sprachregelungen" gibt es in der Redaktion nicht. Das wichtigste Ziel ist, sprachlich korrekt zu formulieren. Auch wenn sich die Meldungen in Aufbau und Wortwahl sehr ähneln, gibt es doch keine Vorschriften, wie sie zu formulieren sind. Es gelten nur die üblichen handwerklichen Regeln des Fernsehens: Möglichst kurze Sätze, möglichst wenig Zahlen, Fremdwörter nur, soweit sie allgemein gebräuchlich oder unverzichtbar sind.

Die Sprache der tagesschau-Wortmeldungen und der Filmtexte ist immer wieder Gegenstand von Redaktionsgesprächen und Kritiken. Da Sprache ein sich veränderndes System ist, klingt die tagesschau-Sprache heute anders als noch vor einigen Jahren. An den Grundsätzen der Verständlichkeit und de Korrektheit hat sich aber nichts geändert.

Welche Bilder zeigt die tagesschau - und welche nicht?

Besondere Sorgfalt wird auf die Auswahl der Filmbilder gelegt, die in den Sendungen von ARD-aktuell gezeigt werden. Problematisch ist dabei vor allem der Umgang mit Gewaltszenen. Gewalt ist ein Teil der Realität und kann deshalb aus dem Programm einer Nachrichtensendung nicht ausgeblendet werden. Denn das wäre eine Verfälschung der Wirklichkeit.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch eine Pflicht zum sensiblen Umgang mit dem Leid anderer Menschen. Die Würde der Menschen, auch der Toten, muss gewahrt bleiben. Zudem führen drastische Bilder nicht - wie oft angenommen wird - dazu, das Publikum "aufzurütteln", sondern haben eher eine gegenteilige Wirkung: Ein Übermaß an Gewaltszenen führt schnell zur Abstumpfung und vermittelt ein Gefühl der Hilflosigkeit und letztlich auch der Gleichgültigkeit. Denn was soll der Zuschauer daheim im Wohnzimmer gegen das gezeigte Elend überall in der Welt unternehmen?

Die tagesschau verzichtet deshalb weitgehend auf Großaufnahmen von Gewaltopfern und ist bemüht, die übrigen Einstellungen möglichst kurz zu halten. Außerdem wird darauf geachtet, dass die Gewalttätigkeiten nicht – quasi als Selbstzweck – für sich selbst genommen schon als Nachricht erscheinen. Die Bilder werden durch Hintergrundinformationen in einen größeren Zusammenhang gestellt.

Lässt sich ein Ereignis nicht mit tagesaktuellen Filmaufnahmen bebildern, verwendet ARD-aktuell auch Szenen aus dem Archiv. Dabei ist aber wichtig, dass der Zuschauer das erkennen kann, sei es durch eine Einblendung des Datums oder des Hinweises "Archiv". Material, das uns von Unternehmen oder Organisationen zur Verfügung gestellt wird, ist mit einer Quellenangabe versehen. Ähnlich ist es bei Filmen, die aus Online-Quellen stammen. In diesem Fall wird das meist auch noch im Text erwähnt.

Was sind die tagesthemen?

Die tagesthemen sind seit Januar 1978 im Programm. Von Montag bis Donnerstag senden die tagesthemen um 22:15 Uhr und freitags bereits um 21:45 Uhr, jeweils in einer Länge von 35 Minuten. Zu den Inhalten gehört meist ein Interview des Tages sowie eine Reportage aus einer Region Deutschlands in der Rubrik "mittendrin". Am Wochenende sind die Ausgaben kürzer mit etwa 20 Minuten, samstags meist nach 23 Uhr und sonntags nach dem Polittalk Caren Miosga um 22:45 Uhr. Moderiert werden die tagesthemen im Wechsel von den zwei Hauptmoderatoren Ingo Zamperoni und Jessy Wellmer. Sie werden vertreten von Aline Abboud und Helge Fuhst.

Die tagesthemen vertiefen die Informationen über tagesaktuelle Ereignisse, zeigen Zusammenhänge und Hintergründe. Häufig gibt es mehrere Beiträge zu einem Thema, in denen unterschiedliche Aspekte beleuchtet werden, meist ergänzt durch ein Interview oder ein Gespräch mit einem ARD-Korrespondenten. Auch die Rubrik "Meinung" ist ein häufiges Element der Sendung. Der Nachrichtenblock gibt einen kurzen Überblick.

Das Spektrum der Themen ist weiter gespannt als bei der tagesschau. Hier ist neben den aktuellen Hintergrundberichten auch Platz für längere Reportagen, die nicht an den Tag gebunden sind. Kulturberichterstattung, darunter Kino, Theater, Kunstausstellungen, aber auch Musik, Literatur oder Gaming sind regelmäßig Bestandteil der tagesthemen. Am meisten berichten die tagesthemen über politische Themen aus dem In- und Ausland. Die tagesthemen-Interviews werden häufig von den Nachrichtenagenturen aufgegriffen und von vielen anderen Medien zitiert.

Woher bekommt ARD-aktuell die Nachrichten?

ARD-aktuell hat – neben der eigenen Recherche – vor allem drei wichtige Nachrichtenquellen: Nachrichtenagenturen, das Korrespondentennetz der ARD und die EBU, der Zusammenschluss öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten Europas. Durch die Digitalisierung der Gesellschaft verlagert sich neben der Berichterstattung natürlich auch die Recherche ins Web.

Nachrichtenagenturen

Erste und umfangreichste Informationsquelle für alle redaktionellen Teams von ARD-aktuell sind die Nachrichtenagenturen. Sie liefern in jeder Minute, rund um die Uhr, Nachrichten aus dem Inland und der ganzen Welt. ARD-aktuell bezieht die Dienste der relevanten Nachrichtenagenturen, darunter die Deutsche Presse-Agentur (DPA), Agence France-Presse (AFP), Associated Press (AP) sowie das deutsche und englische Angebot von Reuters. Aus der Flut von mehreren Tausend Meldungen täglich zu den unterschiedlichsten Themen und Ereignissen wählt die Redaktion die wichtigsten aus und bearbeitet sie für die Sendungen und anderen Ausspielwege von ARD-aktuell. Aus einigen Meldungen werden die Nachrichten unmittelbar formuliert, andere dienen der Redaktion sowie den Korrespondenten im In- und Ausland als Grundlage für eigene weitergehende Recherchen.

Das Korrespondenten-Netz

Die Korrespondentinnen und Korrespondenten im In- und Ausland sind das Rückgrat der Nachrichten von ARD-aktuell. Sie machen die besondere Qualität der Berichterstattung aus. ARD-aktuell in Hamburg hat keine eigenen Reporterinnen und Reporter oder Kamerateams. Für die Inlandsberichterstattung sind die ARD-aktuell-Redaktionen in den neun Rundfunkanstalten der ARD zuständig. In den großen Flächenländern gibt es zusätzlich noch Regionalstudios. Je nach Absprache wird die ARD-aktuell-Redaktion in Hamburg mit sendefertigen Beiträgen oder mit Bildmaterial der Korrespondentinnen und Korrespondenten beliefert, das in Hamburg noch bearbeitet und betextet wird. Die weitverteilte Zuständigkeit garantiert eine flächendeckende Berichterstattung. Egal wo in Deutschland ein berichtenswertes Ereignis stattfindet - ein Kamerateam, das Bilder liefert, ist stets in der Nähe verfügbar.

Die besondere Stärke der ARD sind ihre Korrespondentinnen und Korrespondenten in den Auslandsstudios. Dieses Netz entwickelte sich seit Ende der 1950er-Jahre zu einem der größten der Welt. Die Reportinnen und Reporter vor Ort drehen mit eigenen Kamerateams oder greifen auf Material des Fernsehens im Gastland zurück. Ihre Berichte überspielen sie kurz vor der Sendung nach Hamburg.

Dieses umfassende Korrespondenten-Netz gibt ARD-aktuell die Möglichkeit, Themen möglichst nah am Geschehen zu beobachten und zu berichten. Außerdem finden die Kolleginnen und Kollegen in ihrem Einsatzgebiet oft auch Themen jenseits der Schlagzeilen, die auch für das deutsche Publikum interessant sind. tagesschau, tagesthemen, tagesschau.de und tagesschau24 können sich damit ein eigenständiges, sachkundiges Bild des Geschehens verschaffen und den Zuschauern vermitteln.

Die ARD-Reporterinnen und Reporter vor Ort liefern mehr als Berichte über ein aktuelles Ereignis, sie können es darüber hinaus in einen Gesamtzusammenhang einordnen und Hintergründe erklären.

Die Eurovision / die EBU

Trotz ihres weitverzweigten Korrespondenten-Netzes kann die ARD nicht zu jedem Zeitpunkt an allen Orten der Welt mit eigenen Reporterinnen und Reportern präsent sein. Deshalb beteiligt sie sich an der Eurovision, dem internationalen Nachrichtenaustausch der Europäischen Rundfunkunion (European Broadcasting Union, kurz: EBU). In dieser Organisation mit Sitz in Genf haben sich rund 70 öffentlich-rechtliche und staatliche Rundfunkanstalten aus fast 60 Ländern zusammengeschlossen. Außerdem beteiligen sich kommerzielle Agenturen wie Reuters und APTN sowie etliche andere assoziierte Fernsehsender, z.B. aus China, Indien, Kanada und Neuseeland. Jede angeschlossene Anstalt gibt Filmbilder, die sie in ihrem Programm gesendet hat und für die sich andere Länder interessieren, in diesen Austausch. Umgekehrt darf sich jeder Mitgliedssender aus diesem Angebot bedienen.

So kommen die Fernsehanstalten ohne Schwierigkeiten schnell an tagesaktuelle Bilder aus aller Welt. Oft ist die Eurovision die einzige Quelle für Bilder aus Krisenregionen und Kriegsgebieten, und viele Sender haben Zugriff auf das Material.

Das Bildmaterial kommt üblicherweise ohne Text und wird dann von den jeweiligen Abnehmer-Redaktionen bearbeitet, das heißt neu geschnitten und mit einem Text versehen. In einem sogenannten Dopesheet gibt es aber Informationen darüber, was auf den Bildern zu sehen ist. Die Euro-Schaltstelle der ARD, die auch die Eurovision mit Bildern aus Deutschland versorgt, ist Teil von ARD-aktuell.

Welche Formen der Nachrichtenpräsentationen gibt es in den Sendungen?

Es gibt in den ARD-aktuell-Sendungen grob gesehen vier Formen, eine Nachricht zu präsentieren.

Meldungen und Moderationen: Eine Meldung ist ein Text, der vom Sprecher oder der Sprecherin vorgelesen wird. In der Regel sind Meldungen 20 bis 30 Sekunden lang, geschrieben werden sie von Redakteurinnen und Redakteuren. Moderationen werden ebenfalls vom Teleprompter abgelesen, allerdings sind sie im Tonfall lockerer als eine Meldung. In der tagesschau und bei tagesschau24 werden sie von Redakteurinnen und Redakteuren geschrieben; in den tagesthemen schreiben die Moderatorinnen und Moderatoren selbst. Hier sind die Texte oft auch etwas länger. Zur Illustration wird ein Foto, eine Karte oder eine Grafik eingeblendet, bei tagesschau und tagesschau24 unterstützt von einer Schlagzeile.

"Nachricht im Film": Eine "Nachricht im Film", kurz "NiF" genannt, ist ein 20 bis 30 Sekunden langer Film. Die zugrunde liegenden Informationen kommen von den Korrespondentinnen und Korrespondenten, aus dem internationalen Programmaustausch (Eurovision), aus Nachrichtenagenturen oder aus Online-Quellen wie User Generated Content auf Social Media-Plattformen. Den Film schneidet der Redakteur bzw. die Redakteurin  in der Regel selbst passend zum Text an seinem Arbeitsplatz. Die "Nachricht im Film" wird in der Sendung live gelesen, so dass der Text bis kurz vorher noch aktualisiert werden kann.

Nur so nebenbei erwähnt: Die Begriffe "Film" und "Schneiden" stammen noch aus der Zeit, als beim Fernsehen tatsächlich Filmrollen verwendet wurden. Inzwischen kommt das Material von Computer-Servern und wird längst elektronisch "geschnitten".

Filmbeiträge: Die längsten Beiträge in den Sendungen sind die Berichte der Reporterinnen und Reporter. Diese sind in einer 20-Uhr-tagesschau normalerweise etwa eineinhalb Minuten lang, in Einzelfällen auch zwei Minuten und mehr. Sie werden in der Regel von den Korrespondentinnen und Korrespondenten  via Überspielleitung, Satellit oder online angeliefert.  In einer Erklärunit bei ARD-aktuell entstehen in der Hamburger Redaktion für alle Ausspielwege Grafiken und erklärende Inhalte, die helfen, komplexe Sachverhalte zu verstehen.

Interviews und Aufsager: In den moderierten tagesschau-Sendungen werden auch Interviews geführt. Der Gesprächspartner oder die Gesprächspartnerin wird aus einem der auswärtigen Studios oder von vor Ort zugeschaltet. Außerdem können auch Gäste direkt im ARD-aktuell-Studio befragt werden. Ausführliche Interviews haben ihren Platz bei tagesschau24 und in den tagesthemen.

In den kurzen tagesschau-Sendungen und der 20-Uhr-Hauptausgabe gibt es aufgrund der zeitlichen Knappheit seltener Live- Gespräche. Hier ordnen Kollegen meist ein Ereignis in einem so genannten "Aufsager" ein, das heißt sie geben nach einer kurzen Einleitung durch den Sprecher oder die Sprecherin der tagesschau eine Einschätzung des Geschehens ab – live und etwa 40 Sekunden lang.

Wie wird man tagesschau-Sprecher, Sprecherin oder Moderator bzw. Moderatorin?

Eine der wichtigsten Voraussetzungen sind journalistische Kenntnisse und Fähigkeiten – am besten in einem Volontariat erworben. Notwendig sind außerdem Erfahrungen vor der Kamera, z.B. in Regionalprogrammen. Darüber hinaus sind eine gute Sprecherziehung und Fremdsprachen-Kenntnisse unerlässlich.

Wie unterscheiden sich Sendungen, die von einem Sprecher oder einer Sprecherin gelesen werden, von denen, die ein Moderator oder eine Moderatorin präsentiert?

Die wichtigste Ausgabe der tagesschau, die 20-Uhr-Sendung, wird nach wie vor von Sprechern wie Jens Riewa oder Sprecherinnen wie Judith Rakers und Susanne Daubner gelesen. Aber auch in vielen kurzen Ausgaben der tagesschau werden Sprecher eingesetzt. Diese Sendungen sind das klassische Nachrichten-Format. Sprache und Präsentation sind sachlich und distanziert. In der Nachricht, die von einem Sprecher oder einer Sprecherin gelesen wird, steht zu Beginn immer die entscheidende Neuigkeit. Dann folgen Details und zum Schluss werden kurz Hintergründe oder Konsequenzen erläutert.

In einer moderierten Sendung wie den tagesthemen gibt es dagegen mehr Freiheiten. Der Einstieg in eine Nachricht kann etwa in einem sprachlichen Bild bestehen. Oder es wird zunächst geschildert, wie es bisher war, um erst dann mitzuteilen, was an Neuem passiert ist. Die Sprache ist mitunter lockerer und etwas umgangssprachlicher, muss aber gleichzeitig, wie in den Sprecher-Sendungen, möglichst wertneutral und präzise sein.

Warum müssen die Moderatorinnen und Moderatoren sowie Sprecherinnen und Sprecher nicht vom Blatt ablesen? Haben sie die Texte auswendig gelernt?

Nein, niemand muss die Meldungen auswendig lernen! Die Sprecherinnen und Sprecher sowie die Moderatorinnen und Moderatoren lesen ihre Texte mit Hilfe eines Teleprompters ab. Dieser arbeitet mit einer Art Spiegelsystem, das - für den Zuschauer unsichtbar - die Texte in der Nähe der Kameralinse zeigt. Der Teleprompter ermöglicht damit den Augenkontakt mit dem Zuschauer und vermittelt so den Eindruck direkter, freier Ansprache.

Woher bekommt tagesschau.de die Nachrichten?

Die Redaktion von tagesschau.de nutzt ebenfalls die Dienste der Nachrichtenagenturen. Außerdem arbeitet tagesschau.de mit den Fernseh- und Hörfunkkorrespondenten der ARD im In- und Ausland, dem ARD-Hauptstadtstudio sowie mit den Redaktionen der Landesrundfunkanstalten zusammen.  

Warum finde ich bei tagesschau.de manchmal ganz andere Themen als in der tagesschau-Sendung?

Online gibt es keine Sendezeiten, sondern stets das Gebot zu jeder Zeit aktuell zu berichten. Auch Ereignisse in der Nacht werden sofort aufgegriffen, permanent aktualisiert und können ein paar Stunden später schon neueren Meldungen gewichen sein. tagesschau.de hat darüber hinaus die Möglichkeit Themen multimedial und hintergründiger abzudecken, als es in einer zeitlich begrenzten Nachrichtensendung möglich ist. tagesschau.de berichtet deshalb auch über Ereignisse und Entwicklungen, die im tagesaktuellen Nachrichtengeschäft oft untergehen. Dabei profitiert das Publikum vom Netz der ARD-Korrespondentinnen und Korrespondenten im In- und Ausland, mit denen tagesschau.de eng kooperiert.

Wie funktioniert die Themenauswahl auf den Social Media-Kanälen der tagesschau?

Die ARD-aktuell-Redaktion in Hamburg plant die Themen der jeweiligen Ausspielwege gemäß den aktuellen Ereignissen und Nachrichten in Deutschland und der Welt. Das gilt auch für die Social-Media-Redaktion, die darüber hinaus auch plattformspezifische Anforderungen und Spezifika der jeweils erreichten Communities in ihre Themenauswahl einbezieht. So können und sollen sich Formate und Präsentationsformen vom Ausspielweg Fernsehen und Online unterscheiden, da die erreichten Publikumsgruppen auf den Social Media-Kanälen der tagesschau sich von den Publikumsgruppen im TV oder Web unterscheiden. 

Wann ist die Redaktion besetzt?

Die Redaktion der tagesschau ist rund ums Jahr rund um die Uhr besetzt.

Warum dauert es manchmal etwas länger, bis ich eine Meldung auf der tagesschau.de finde?

tagesschau.de beherzigt den journalistischen Grundsatz: "Be first - but first be right!" - "Sei Erster, aber sei erst sicher, dass es stimmt" Erst wenn wir sicher sind, dass eine Nachricht stimmt, verbreiten wir sie weiter. Bei besonderen Ereignissen zunächst als Eilmeldung auf der Homepage und in der App, die ausführliche Meldung folgt dann möglichst umgehend.

Warum finde ich manche Sportbeiträge nicht im Online-Angebot der tagesschau?

Die ARD hat in einigen Fällen nicht die Verbreitungsrechte für die Online-Übertragung von Sport-Ereignissen. Deshalb wird in diesen Fällen der Livestream der tagesschau kurz abgeschaltet. Auch im Online-Archiv der Sendungen sind diese Sportbeiträge nicht enthalten.

Warum liest man selten Meldungen über Stars oder die Hochzeit von Prominenten bei tagesschau.de?

Die tagesschau steht für sachliche, seriöse und verständliche Nachrichten. Bestimmte Themenfelder wie Prominente finden sich unter dem Nachrichtenbegriff der tagesschau nicht wieder.

Wie wird das Publikum eingebunden?

Im Digitalen sendet die tagesschau nicht nur, sie ist auf Empfang: Durch neue journalistische Digital-Formate wie die "Community-Frage" haben tagesschau.de und die Social-Media-Redaktion die Einbindung des Publikums fokussiert. Anregungen und Fragen der Community sollen nicht nur beantwortet werden, sondern werden immer häufiger selbst zum Teil von tagesschau-Berichterstattung. Die Alltagsrelevanz erhöht dabei die Nutzwertigkeit des Angebots und etabliert die Marke tagesschau als Ansprechperson auf Augenhöhe.